Interessengemeinschaft Blankenese Marktplatz
Rettet unseren Blankeneser Marktplatz

Unsere Ziele: Das haben wir vor ...

Unser Ziel ist es, die für den Ort typischen gewachsenen Strukturen zu erhalten und nicht durch kostspielige und eventuell unnötige Neuplanungen zu zerstören.


Darstellung und Klarstellung zum Bürgerbegehren Blankeneser Marktplatz

EINLEITUNG

Der Blankeneser Ortskern  ist geprägt durch eine Aneinanderreihung von kleinen Plätzen, deren Ausprägungen durch die Topographie  und Siedlungsentwicklung bestimmt sind. Die Denkmäler mit ihren Grünflächen bestimmen das Ortsbild. 

Die Kirche liegt auf einem Hügel, ebenso der Marktplatz. Dazwischen erstreckt sich ein kleines Tal auf dem heute die Straße Mühlenberger Weg verläuft, früher jedoch der Mühlbach floss. Der Bach bildete die Grenze zwischen den Dörfern Blankenese und Dockenhuden, die erst 1916 vereint wurden. Die Kirche lag in Dockenhuden, der Marktplatz in Blankenese.

Die Kirchenvertreter sagen heute, die Kirche gehöre zum Markt. Deshalb verfolgt man seit mehr als 10 Jahren die Idee eines großen einheitlichen Platzes, sogar mit Anbindung an den Blankeneser Bahnhofsplatz. Geplant ist, die Kirche und die Gemeindehäuser an den Marktplatz anzuschließen. Deswegen will man den östlichen Marktplatz schräg absenken und den Mühlenberger Weg etwas auffüllen.

Warum, fragen wir uns? Warum sollen Millionen EURO dafür ausgegeben werden?

Es ist ja gerade das Nebeneinander von Grün und und freien Plätzen, auf denen sich die Blankeneser Bürger treffen, sei es bei Hochzeiten und Trauerfeiern vor der Kirche, sei es zum Einkaufen auf dem Markt oder aber auch nur zum Klönschnack vor der Stadtbäckerei, das in unseren Augen den Blankeneser Ortskern ausmacht und dieses Nebeneinander möchten wir erhalten.

Einen alles verbindenden, durchgehenden, einheitlich geklinkerten Platz lehnen wir ab. Wir sind der Meinung, ein solcher Platz ist auch von den meisten Bürgern nicht gewollt. 

Blankenese ist ein topografisches "Auf und Ab" und sollte es auch bleiben. Blankenese ist unser Dorf! Durch das Zusammenwachsen des Bauerndorfes Dockenhuden mit dem Fischerort Blankenese auf dem Blankeneser Oberland (heutiger Ortskern) ist ein Stadtteil Hamburgs entstanden, den nicht nur Blankeneser in seinen Strukturen erhalten wollen.

Bürgerbeteiligung und ihre Entwicklung

Innerhalb diverser Projekte zur 700-Jahrfeier Blankeneses im Jahr 2001 wurde für die Ortskerngestaltung ein Architekten-Wettbewerb ausgelobt. Es haben 41 Studenten Vorschläge eingereicht, die u.a. von Blankeneser Architekten begutachtet und bewertet, aber nicht unbedingt als optimale Lösung für den Ortskern gut geheissen wurden. Diese Vorschläge sind offensichtlich nach wie vor Basis für die Planung des Arbeitskreises und für die Entwürfe der Stadt. Eine andere Gruppe Studenten der Hafencity Universität hat ihre Magisterarbeit auf dem Gebiet "Stadt- und Landschaftsplanung in Blankenese" machen können. Sie haben ein halbes Jahr recherchiert und ihre fertige Arbeit vor vielen Blankenesern, Partei-Vertretern und Kirchenleuten im Gemeindesaal vorgestellt. An dem Abend im Jahr 2012 hat sich das kirchliche "Zukunftsforum Blankenese" bereit erklärt, die Ortskerngestaltung in ihr Programm aufzunehmen. Der Sprecher des Zukunftsforums leitet und moderiert heute den Arbeitskreis Ortskerngestaltung. Ebenfalls 2012 fand ein öffentliches Beteiligungsverfahren unter der Führung der Firma "Konsalt" statt. Eine Frage an die Teilnehmer lautete: 

Stimmen Sie zu, dass es behutsamer Veränderungen im Blankeneser Ortskern bedarf, ohne dessen grundsätzliche Identität und den Dorfcharakter zu verändern? Das Votum lautete: von 187 Teilnehmern stimmten 167 mit JA, 9 mit NEIN und 11 Enthaltungen. Eine weitere Frage war: Sind Sie dafür, dass die Stadtteilöffentlichkeit bei der Erarbeitung einer integrierten Fachplanung für den Blankeneser Ortskern weiterhin beteiligt werden sollte. Votum 184 JA Stimmen, 2 NEIN und 1 Enthaltung. Das Ergebnis war also, dass Veränderungen gewünscht sind, jedoch nicht in der Form stark eingreifender Maßnahmen wie die Verlegung von Straßen, Absenkung des Marktplatzes, Entfernung von Bäumen und Grün.

Anläßlich einer Verkehrsausschuss-Sitzung in der Schule Frahmstrasse im Jahr 2015 wurde hauptsächlich die Parkraum-Bewirtschaftung für den Ortskern besprochen. Keinesfalls stand dabei für die Bürger die vom momentanen Arbeitskreis angestrebte Planung für das Markt-, Kirchen- und Stadtbäcker-Gelände zur Diskussion und zur Abstimmung. Ein entsprechender detaillierter Gesamtplan fehlte, so dass sich im Grunde niemand ein genaues Bild machen konnte.

Bürgerbeteiligung plötzlich abgebrochen

Für die Öffentlichkeit wurden 5 sogenannte Werkstatt-Gespräche abgehalten, die auch von einigen Mitgliedern unserer Interessengemeinschaft besucht wurden. Es waren offene Gespräche, bei denen auch Alternativ-Entwürfe vom Bürgerverein eingebracht wurden (dokumentiert in dem entsprechenden Protokoll), wo aber niemals über einen Gesamtplan abgestimmt wurde, weil dieser gar nicht vorlag und auch noch nicht vorliegt. Die Werkstatt-Gespräche wurden ohne weitere Begründung abgebrochen.

Der danach 2015 gegründete Arbeitskreis aus Politik und Institution-/Vereinsvertretern war und ist eine geschlossener Kreis von Personen, die ausdrücklich unter sich bleiben wollten und anderen die Teilnahme verwehrten. es ist richtig, dass theoretisch eine große Anzahl Bürger durch diese Politik-, Kirchen- und Vereinsabgeordneten vertreten werden, in der Praxis weiß aber die Mehrzahl der Blankenese überhaupt nicht, was los ist. Zum Beispiel wehrte sich der Vorsitzende des Blankeneser Bürgervereins vehement dagegen, eine Veranstaltung abzuhalten um die Mitglieder über den Stand der Entwicklung zu informieren. "Das sei Aufgabe des Bezirksamtes".... der Antrag eines Mitglieds, wenigstens die Mitglieder-Listen herauszugeben, um die Mitglieder selbst befragen zu können, wurde abgelehnt. Trotzdem wird immer wieder behauptet, die Bürger hätten ja mitplanen und entscheiden können.

Stand der Dinge

Der Arbeitskreis tagte also 2 Jahre in Klausur. Erst durch unsere Intervention im Mai 2017 hat das Bezirksamt den Arbeitskreis angewiesen, die Öffentlichkeit zuzulassen. Viermal haben Mitglieder unserer IG daran teilgenommen und mussten sich dabei als Erpresser und unanständige Menschen beschimpfen lassen.

In der Hoffnung auf eine Einigung haben wir uns 4 Monate darauf eingelassen die Einreichung eines Bürgerbegehrens zu verschieben. Danach hat der Arbeitskreis "erreicht", dass der 1. Bauabschnitt mittlerweile unangreifbar umgesetzt werden kann. Wir hatten versucht zu verhindern, dass der Marktplatz parallel zur Probst-Paulsen-Straße durch die Einrichtung von Schrägparkplätzen um 3-4 m verkleinert wird. Obwohl Längsparkplätze, wie im Moment vorhanden sind, zuletzt von der Verwaltung in Altona zugesagt wurden, hat die Politik es sich jetzt offensichtlich wieder anders überlegt. Das heißt, dass man schon mit dem 1. Bauabschnitt in die Fläche des Marktplatzes eingreift. Die alten Eichen, die dafür im Wege waren, wurden deshalb bereits vor einiger Zeit auf Empfehlung des Arbeitskreises gefällt (politischer Beschluss des "Grün-Ausschusses").

Wir müssen darum davon ausgehen, dass die mit den Planern und der Verwaltung zwischenzeitlich getroffenen Kompromiss-Vereinbarungen durch die Politik ebenfalls rückgängig gemacht werden. Also besteht wieder die Gefahr, dass durch eine Verbreiterung der Bahnhofstraße die 3 Bäume auf dem Bürgersteig vis-à-vis der Eisdiele gefällt werden. Weiterhin ist das Grün um die Doppeleiche und den Gedenkstein herum (die Spitze des Marktplatzes) stark gefährdet. Auch der schon versprochene Erhalt oder die Neuanpflanzung des schützenden Grüns an Bahnhofstraße und Mühlenberger Weg, das für sie Versickerung von Regenwasser und als Sichtschutz für die Markthändler wichtig ist, steht damit in Frage.

Die Anwohner des Mühlenberger Weges drohen im übrigen mit Klage, falls durch die Abschrägung des Platzes plus durchgehender Pflasterung zukünftiges Regenwasser in ihren Kellern landet. Die Straße Mühlenberger Weg liegt höher als die Grundstücke daneben. Schon jetzt gibt es Probleme bei Starkregen, wenn dann noch die Versickerungsmöglichkeiten auf bzw. neben dem Markt genommen werden, ist die Überflutungsgefahr groß.

In Bezug auf die Pflasterung sei anzumerken, dass sehr wohl eine Auswahl an Klinker-Mustern vor der Stadtbäckerei zu sehen ist und man darüber abstimmen konnte. Es handelt sich aber immer um den gleichen Stein, d.h. es ergäbe sich ein monotones durchlaufendes Fischgrätenmuster. Das darf nicht sein! Ausserdem zeigen sich, für eine vier Monate alte und ausschließlich von Fußgängern benutzte Fläche, bereits fatale Abnutzungen und Schäden. Die Möglichkeit, wie in anderen Städten, unseren Marktplatz durch einen schönen Naturstein aufzuwerten, wurde abgelehnt. Ein gutes Beispiel für einen Natursteinplatz ist der Hamburger Gänsemarkt. "Zu teuer" hieß es, unsere Vorschlag zu einem Sponsoring oder Kosteneinsparung an anderer Stelle der Baumaßnahme wurde ebenso vehement verworfen.

Alles in Allem sind wir der Meinung, dass die Planung nicht gut durchdacht ist und man ohne einen detaillierten Gesamtplan nicht weiter machen sollte. Vor allem ist wichtig, dass nicht durch die Vergabe von Aufträgen an Baufirmen für den 2. Bauabschnitt, also für die Gestaltung des eigentlichen Marktplatzes, juristische Fakten einen Kompromiss unmöglich machen.

Die Schaffung einer großen Fläche von Kirche und Marktplatz bleibt weiterhin Ziel der Blankeneser Kirche und somit des Arbeitskreises. Sie ist mit einer Absenkung des Marktplatzes um ca. 60 cm verbunden, mit der Entfernung der Rhododendren und des übrigen Grüns, mit der Aufschüttung des Mühlenberger Wegs etc. Um die Höhendifferenz zwischen dem abgesenkten Marktgelände und dem denkmalgeschützten Friedenseichen-Areal abzufangen, muss eine ca. 1 m hohe Mauer gebaut werden, ob ein Fundament und eine solche Absenkung eine Gefahr für die Wurzeln der Friedenseiche und der anderen Bäume darstellt, wurde nicht geprüft. In jedem Fall würde die Grünfläche um den Gedenkstein erheblich reduziert und die Harmonie zwischen dem grünen Rasen auf der Marktseite und vor der Kirche wäre gestört.

Die unterschiedliche Gestaltung der 3 Plätze - Stadtbäcker-, Markt- und Kirchplatz -  ist und wäre für die Interessengemeinschaft der richtige städtebauliche Ansatz. Die Vision eines großen, freien, alles verbindenden und einheitlich gepflasterten Platzes mit Anbindung an den Blankeneser Bahnhofsplatz teilen wir nicht.

Deshalb starten wir das Bürgerbegehren

"Rettet unseren Blankeneser Marktplatz"

Bitte geben Sie uns ihre Unterstützung und ihre Unterschrift, damit die Planungen und Bauausführungen für den 2. Bauabschnitt erst einmal gestoppt werden und erst nach einem generellen Konsens weiter geplant wird.

An dieser Stelle möchten wir vor allem herausstellen, dass das Bürgerbegehren die geplanten Maßnahmen der Ortskernsanierung nicht verzögert und damit auch kein wirtschaftlicher Schaden entsteht, weil der 1. Bauabschnitt jetzt beginnt und während der Bauzeit ausreichend Zeit ist, die nächsten Schritte abzuwägen. Zudem kostet die Einreichung des Bürgerbegehrens keine Steuergelder. Erst wenn nach 6 Monaten ein Bürgerentscheid nötig wäre, kostet es Geld. Das aber hoffen im Grunde alle, wird nicht eintreten, weil wir Blankeneser doch im Grunde vernünftige Leute sind! Um es mit Martin Luther zu sagen:

Die Geister lasset aufeinander prallen, die Fäuste haltet still!

Vertrauensleute für das Bürgerbegehren sind: Beate Hülsen, Monika Lühmann, Wolf Junge c/o Hülsen, Avenariusstr. 25, 22587 HH